Xylit in der Kritik: Erhöht der Süßstoff das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?
Xylit galt jahrelang als heimlicher Held der Zahnpflege – doch wie zm-online unter Berufung auf eine Langzeitstudie der Charité Berlin berichtet, sind hohe Blutspiegel des Süßstoffs mit einem…

Xylit galt jahrelang als heimlicher Held der Zahnpflege – doch wie zm-online unter Berufung auf eine Langzeitstudie der Charité Berlin berichtet, sind hohe Blutspiegel des Süßstoffs mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse verknüpft. Vorgestellt wurden die Daten auf dem Kongress der European Society of Cardiology.
Was die Studie zeigt
Die Forschungsgruppe hat über einen längeren Zeitraum gemessen, wie sich die Konzentration von Xylit im Blut auf kardiovaskuläre Ereignisse auswirkt. Xylit ist ein Zuckeralkohol, der im Körper als Nebenprodukt des Glukosestoffwechsels entsteht und auch in geringen Mengen in manchen Lebensmitteln vorkommt. Problematisch wird es, wenn er künstlich in großen Mengen zugesetzt wird – etwa in zuckerfreien Lebensmitteln, Getränken oder Mundpflegeprodukten, wo die Konzentration laut zm-online um ein Vielfaches höher liegt. Hohe Blutspiegel gingen in der Untersuchung mit einem deutlich erhöhten Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und ähnliche Ereignisse einher.
Was bedeutet das für die Zahnpflege?
Jetzt nicht in Panik verfallen – die Dosis macht den Unterschied. In Zahnpasta und Mundspüllösungen wird Xylit in der Regel nur kurz mit der Mundschleimhaut in Kontakt und danach ausgespuckt. Die systemische Aufnahme bleibt dabei gering. Anders sieht es aus, wenn Sie täglich mehrere xylithaltige Kaugummis kauen, zuckerfreie Bonbons lutschen oder mit Xylit gesüßte Getränke in größeren Mengen trinken. Dann summiert sich die zugeführte Menge über den Tag – und genau diese Summe landet im Blutkreislauf.
Konkret für Ihren Alltag
Wenn Sie ohnehin auf der sicheren Seite bleiben möchten, helfen ein paar einfache Schritte:
- Zutatenliste lesen: Steht Xylit (auch als E 967) auf der Packung, bewusst einsetzen, nicht wahllos über den Tag verteilt.
- Kaugummis und Bonbons dosieren: Ein Stück nach dem Essen reicht für den Kariesschutz – nicht die halbe Packung nebenbei.
- Getränke mit Xylit kritisch sehen: Süßstoffe in Flüssigkeit gelangen schneller und vollständiger ins Blut als über einen Kaugummi.
- Bewährte Routinen stärken: Zweimal täglich Zähneputzen, Zahnseide oder Interdentalbürstchen, regelmäßige Prophylaxe in der Praxis – das ist die Basis, die bleibt.
- Rücksprache mit uns: Wenn Sie unsicher sind, wie viel Xylit in Ihrem Alltag tatsächlich ankommt, sprechen Sie uns beim nächsten Termin gerne darauf an. Wir werfen gemeinsam einen Blick auf Ihre Gewohnheiten.
Xylit verschwindet damit nicht automatisch aus Ihrem Badezimmer – aber die neue Datenlage ist ein guter Anlass, genauer hinzuschauen statt einfach weiterzukauen.