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Implantologie & Zahnersatz

Zahnbrücke: Ablauf von der Vorbereitung bis zum Einsetzen

Eine klassische dreigliedrige Zahnbrücke benötigt mindestens zwei stabile Pfeilerzähne. Der fehlende Zahn wird nicht isoliert ersetzt, sondern an den benachbarten Zähnen verankert.

Zahnbrücke: Ablauf von der Vorbereitung bis zum Einsetzen

Der Zahnbrücke-Ablauf der Behandlung umfasst deshalb mehrere aufeinander abgestimmte Schritte: Untersuchung, Vorbereitung der Pfeilerzähne, Präzisionsabformung oder digitaler Scan, Herstellung im Dentallabor, Provisorium, Anprobe und endgültige Befestigung.

Der Zeitraum lässt sich nicht pauschal auf eine einzige Sitzung reduzieren. Vor der eigentlichen Versorgung müssen Karies, Zahnfleischentzündungen und andere Erkrankungen behandelt werden. Auch die Herstellung im Dentallabor variiert je nach Material, Konstruktion und Labororganisation. Eine belastbare Zeitangabe entsteht erst nach der Untersuchung und der Festlegung des individuellen Behandlungsplans.

Eine Zahnbrücke ist keine einzelne Krone mit einem zusätzlichen Zahn. Sie ist eine statisch belastete Konstruktion, deren Halt von den Pfeilerzähnen, der Passgenauigkeit und der Bisslage abhängt.

1. Fundament schaffen: Untersuchung und Stabilitätsprüfung

Am Anfang steht nicht das Beschleifen, sondern die Beurteilung der gesamten Ausgangssituation. Der Zahnarzt prüft, ob die geplante Brücke biologisch und statisch sinnvoll ist. Entscheidend ist dabei nicht allein die Lücke. Entscheidend sind die Zähne, die später als Anker dienen sollen.

Bei einer klassischen Brücke übernehmen die Pfeilerzähne die Funktion der Verankerung. Sie müssen die Kaukräfte aufnehmen und über ihre Wurzeln in den Kiefer übertragen. Ein Zahn, der bereits stark gelockert, tief kariös geschädigt oder durch eine Entzündung des Zahnhalteapparats belastet ist, eignet sich dafür möglicherweise nicht.

Zur Voruntersuchung gehören typischerweise:

  • die Kontrolle der Mundschleimhaut, des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats,
  • die Beurteilung der Pfeilerzähne auf Karies, Risse und vorhandene Füllungen,
  • die Prüfung der Zahnbeweglichkeit und der Belastbarkeit,
  • eine Untersuchung der Bisslage und der Kontakte zu den Gegenzähnen,
  • gegebenenfalls eine bildgebende Diagnostik zur Beurteilung von Wurzeln und Knochen,
  • die Auswahl des geeigneten Brückentyps und Materials.

Eine Zahnfleischentzündung oder unbehandelte Karies wird vor der Präparation behandelt. Das ist keine Formalität. Eine Krone kann einen instabilen Pfeilerzahn nicht dauerhaft kompensieren. Wird die Ursache nicht vorher beseitigt, verlagert sich das Problem lediglich unter oder an den Rand der neuen Versorgung.

Welche Konstruktion ist geplant?

Der weitere Ablauf hängt von der Art der Brücke ab. Bei einer zahngetragenen Brücke werden die Nachbarzähne präpariert und mit Verankerungskronen versehen. Bei einer implantatgetragenen Brücke übernehmen Implantate die Funktion der Pfeiler. Die Behandlung ist dann anders organisiert, weil zunächst die Implantate osseointegrieren müssen. Für eine implantatgetragene Brücke kann vor der endgültigen Befestigung eine Einheilzeit von etwa sechs Monaten erforderlich sein.

Auch die Lücke selbst beeinflusst die Planung. Je länger der sogenannte Brückenkörper ist, desto höher sind die Anforderungen an Pfeiler, Material und Konstruktion. Zusätzlich wird geprüft, ob die vorhandene Zahnstellung eine ausreichende Reinigungsmöglichkeit zulässt. Eine technisch passende Brücke bleibt langfristig problematisch, wenn Zahnseide, Superfloss oder Interdentalbürsten den Bereich unter dem Brückenkörper nicht erreichen.

2. Präzision bei der Präparation: Das Beschleifen der Pfeilerzähne

Sind die Pfeilerzähne geeignet, werden sie für die Aufnahme der Verankerungskronen vorbereitet. Dieser Schritt wird häufig vereinfacht als Zahn beschleifen für eine Brücke beschrieben. Tatsächlich geht es um eine kontrollierte Präparation mit klar definierten Flächen, einem geeigneten Einschubweg und einem stabilen Randabschluss.

Die natürliche Zahnsubstanz wird dabei so weit reduziert, dass später ausreichend Platz für das Brückenmaterial vorhanden ist. Der Zahnarzt muss mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen:

  • Die Krone muss eine ausreichende Materialstärke erhalten.
  • Die Präparation muss eine gemeinsame Einschubrichtung ermöglichen.
  • Der Kronenrand muss dicht und zugänglich gestaltet werden.
  • Der Pfeiler darf nicht unnötig geschwächt werden.
  • Die spätere Reinigung muss technisch möglich bleiben.

Bei einer Brücke müssen die Pfeilerzähne nicht nur einzeln präpariert werden. Sie müssen als gemeinsame Einheit funktionieren. Weichen ihre Achsen stark voneinander ab, kann das die Konstruktion erschweren. Der Zahnarzt beurteilt deshalb während der Präparation, ob der Zahnersatz spannungsfrei eingesetzt werden kann.

Abformung, Scan und Farbbestimmung

Nach der Präparation werden die Geometrie der Pfeilerzähne und die Situation im Gegenkiefer erfasst. Je nach Praxis und Fall geschieht das mit einer konventionellen Präzisionsabformung oder einem digitalen Scan. Zusätzlich wird die Zahnfarbe bestimmt. Dafür reicht eine allgemeine Angabe wie hell oder dunkel nicht aus. Relevant sind Farbton, Helligkeit, Sättigung und die Wechselwirkung mit den Nachbarzähnen.

Das Dentallabor benötigt außerdem Informationen über die Bisslage. Die Brücke muss sich in die vorhandenen Kontakte einfügen. Ein zu hoher Kontakt kann einen einzelnen Pfeiler überlasten, ein fehlender Kontakt die Kaufunktion verändern. Bei keramischen Versorgungen kommt hinzu, dass Form und Oberfläche unter unterschiedlichen Lichtbedingungen natürlich wirken sollen. Das ist eine zahntechnische Aufgabe, keine reine Farbauswahl.

Ist das Beschleifen schmerzhaft?

Das Beschleifen selbst sollte bei ausreichender lokaler Betäubung nicht schmerzhaft sein. Nach dem Eingriff können die präparierten Zähne jedoch empfindlich auf Kälte, Wärme oder Druck reagieren. Die Ursache liegt darin, dass die äußeren Zahnhartsubstanzen reduziert wurden und der Zahn vorübergehend stärker auf Reize reagiert.

Die Empfindlichkeit ist nicht automatisch ein Hinweis auf einen Fehler. Sie muss aber beobachtet und bei der Kontrolle angesprochen werden. Durch das Beschleifen kann in seltenen Fällen ein Schleiftrauma entstehen. Wenn sich der Zahnnerv entzündet, kann später eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich werden. Deshalb ist die Aussage, das Präparieren sei grundsätzlich risikofrei für die Pulpa, fachlich nicht haltbar.

3. Das Provisorium schützt die präparierten Zähne

Nach der Abformung oder dem Scan beginnt die zahntechnische Fertigung. Die endgültige Brücke entsteht im Dentallabor. Für diese Übergangszeit erhalten Patientinnen und Patienten ein Provisorium. Es schützt die beschliffenen Pfeilerzähne und übernimmt vorübergehend die Funktion und Form der geplanten Versorgung.

Die Provisorium-Zahnbrücke-Dauer ist nicht für jeden Fall gleich. Sie hängt davon ab, wie schnell das Labor die Konstruktion fertigstellt, welches Material verwendet wird und ob zusätzliche zahntechnische Arbeitsschritte erforderlich sind. Eine seriöse Planung nennt daher nicht ohne Grundlage eine fixe Zahl von Tagen.

Das Provisorium erfüllt mehrere Aufgaben:

1. Schutz: Es reduziert die direkte Belastung und Empfindlichkeit der präparierten Zähne.

2. Funktion: Es ermöglicht grundsätzlich das Kauen während der Übergangszeit.

3. Formkontrolle: Es zeigt, ob die geplante Zahnform, Länge und Stellung im Mund praktikabel sind.

4. Zahnfleischführung: Ein sauber gestalteter Rand unterstützt eine kontrollierte Heilung und erleichtert die spätere Anpassung.

5. Kommunikation mit dem Labor: Bei Bedarf können Form und Kontaktpunkte noch vor der endgültigen Fertigstellung korrigiert werden.

Ein Provisorium ist jedoch nicht mit der definitiven Brücke gleichzusetzen. Es ist für eine begrenzte Übergangsphase konzipiert. Harte, klebrige oder stark belastende Speisen können die Konstruktion lockern oder beschädigen. Auch die Reinigung muss angepasst werden. Unter dem Brückenkörper darf nicht mit großer Kraft gezogen werden. Besser ist es, die spezielle Zahnseide vorsichtig einzufädeln und den Bereich unter der Brücke systematisch zu reinigen.

Was geschieht, wenn das Provisorium locker wird?

Ein lockeres Provisorium sollte zeitnah kontrolliert werden. Der Pfeilerzahn liegt dann möglicherweise ungeschützt oder kann sich durch die veränderte Situation verschieben. Das wiederum kann den Sitz der endgültigen Brücke beeinflussen. Selbstständiges Verkleben mit Haushaltsklebstoffen ist keine Lösung. Solche Substanzen sind für den Mundraum ungeeignet und können die spätere Entfernung erschweren.

4. Die Anprobe: Passgenauigkeit und Bisslage vor der Fertigstellung

Bevor die Brücke endgültig eingesetzt wird, erfolgt eine Anprobe. Der Zahnarzt kontrolliert, ob die Konstruktion vollständig auf den Pfeilerzähnen sitzt und sich ohne Spannung einsetzen lässt. Dabei geht es nicht nur um den sichtbaren Eindruck.

Geprüft werden unter anderem:

  • der Randabschluss an den Pfeilerzähnen,
  • die Kontaktpunkte zu den Nachbarzähnen,
  • die Lage des Brückenkörpers über der Schleimhaut,
  • die Reinigungssituation unter der Brücke,
  • die Bisskontakte im Ober- und Unterkiefer,
  • die Form, Farbe und Stellung im Verhältnis zu den übrigen Zähnen.

Die Bisskontrolle ist ein zentraler Schritt im Zahnbrücke-Ablauf beim Einsetzen. Ein zu hoher Kontakt kann beim Zubeißen ein Druck- oder Spannungsgefühl verursachen. Werden die Kräfte dauerhaft ungünstig verteilt, kann das einzelne Pfeiler überlasten. Auch der Patient selbst nimmt eine solche Fehlbelastung oft als ungewohntes Gefühl oder als Druck beim Kauen wahr.

Die Konstruktion wird deshalb nicht einfach eingesetzt, nur weil sie äußerlich passend aussieht. Bei Bedarf wird sie angepasst oder zur Korrektur an das Dentallabor zurückgegeben. Das verlängert den Ablauf, ist aber wirtschaftlich sinnvoller als die definitive Befestigung einer Versorgung mit fehlerhafter Passung.

Der entscheidende Qualitätsnachweis liegt nicht allein in der sichtbaren Keramik. Er liegt im spannungsfreien Sitz, in der kontrollierten Okklusion und in einer dauerhaft zugänglichen Reinigung.

Warum die Zahnfarbe allein nicht genügt

Eine Zahnbrücke kann farblich korrekt ausgewählt und trotzdem ästhetisch unpassend sein. Form, Lichtreflexion, Oberflächenstruktur und Übergang zu den Nachbarzähnen bestimmen das Ergebnis gemeinsam. Bei keramischen Materialien wie Zirkonoxid oder einer verblendeten Keramik wird deshalb nicht nur die Grundfarbe betrachtet.

Im Seitenzahnbereich kann die Belastungsgrenze stärker im Vordergrund stehen als die maximale optische Individualisierung. Im sichtbaren Frontzahnbereich spielen dagegen Transluzenz und Oberflächenwirkung eine größere Rolle. Die Entscheidung für ein Material sollte daher aus Position, Platzangebot, Bisssituation und zahntechnischer Umsetzung abgeleitet werden, nicht aus einem einzelnen Werbebegriff.

5. Das endgültige Einsetzen der Zahnbrücke

Wenn Sitz, Funktion und Farbe geprüft sind, wird die Brücke definitiv befestigt. Dafür kommen je nach Konstruktion spezieller Zahnzement oder ein Adhäsivkleber zum Einsatz. Vor der Befestigung werden die Pfeilerzähne und die Innenflächen der Versorgung entsprechend vorbereitet.

Der Ablauf lässt sich in mehrere kontrollierte Arbeitsschritte gliedern:

1. Die Brücke wird erneut auf Passform und Einschubrichtung geprüft.

2. Überschüssige Materialien oder provisorische Rückstände werden entfernt.

3. Die Kontaktpunkte und die Bisslage werden kontrolliert.

4. Das Befestigungsmaterial wird aufgetragen beziehungsweise angewendet.

5. Die Brücke wird in der vorgesehenen Position eingesetzt.

6. Überschüsse werden sorgfältig entfernt.

7. Nach dem Abbinden oder Aushärten erfolgt eine erneute Okklusionskontrolle.

8. Die Reinigung unter dem Brückenkörper wird erklärt und praktisch überprüft.

Direkt nach dem Einsetzen kann sich die Brücke zunächst ungewohnt anfühlen. Das betrifft besonders die Kontur, den Kontakt zu den Nachbarzähnen und den Biss. Ein leicht verändertes Gefühl ist nicht automatisch problematisch. Anhaltender Schmerz beim Zubeißen, ein deutlich zu hoher Kontakt oder zunehmende Empfindlichkeit sollte jedoch kontrolliert werden.

Zahnbrücke einsetzen: Schmerzen und typische Empfindungen

Die Frage, ob das Zahnbrücke-Einsetzen Schmerzen verursacht, lässt sich nicht mit einem einheitlichen Ja oder Nein beantworten. Die endgültige Befestigung ist meist weniger belastend als die Präparation. Beschwerden können aber durch empfindliche Pfeilerzähne, gereiztes Zahnfleisch, die Entfernung des Provisoriums oder den Druck während der Anpassung entstehen.

Zu unterscheiden sind drei Situationen:

SituationMögliche ErklärungSinnvolle Reaktion
Kurzzeitige KälteempfindlichkeitReaktion des präparierten PfeilerzahnsVerlauf beobachten und bei der Kontrolle ansprechen
Druckgefühl beim ZubeißenUngewohnte Versorgung oder zu hoher BisskontaktBisslage zeitnah prüfen lassen
Zunehmender, pochender oder anhaltender SchmerzMögliche Entzündung des Zahnnervs oder andere KomplikationZahnarztpraxis kurzfristig kontaktieren

Die definitive Befestigung sollte nicht als Abschluss verstanden werden, nach dem keine Kontrolle mehr erforderlich ist. Eine Nachkontrolle zeigt, ob die Brücke funktionell akzeptiert wird, ob die Schleimhaut reizfrei bleibt und ob die Reinigung korrekt möglich ist.

Die wichtigsten Unterschiede: zahngetragene und implantatgetragene Brücke

Bei einer zahngetragenen Brücke werden vorhandene Zähne präpariert. Das ist der klassische Ablauf, der von der Pfeilerprüfung über die Präparation bis zur Zementierung reicht. Bei einer implantatgetragenen Brücke werden dagegen Implantate als künstliche Pfeiler eingesetzt. Die Behandlung erfordert zunächst eine Beurteilung des Knochenangebots und der Weichgewebe.

Die beiden Verfahren unterscheiden sich in den zentralen Parametern:

ParameterZahngetragene BrückeImplantatgetragene Brücke
VerankerungPräparierte natürliche PfeilerzähneZahnimplantate im Kieferknochen
VorbereitungPrüfung und Beschleifen der PfeilerImplantologische Planung, gegebenenfalls Knochenaufbau
ÜbergangsversorgungProvisorische Brücke auf den PfeilernJe nach Situation provisorische Versorgung während der Einheilung
Zeit bis zur definitiven VersorgungAbhängig von Vorbehandlung und LaborDurch die Osseointegration meist deutlich länger
Belastung der NachbarzähneNachbarzähne werden als Pfeiler einbezogenNachbarzähne müssen grundsätzlich nicht beschliffen werden
Zentrale RisikenPfeilerkaries, Überlastung, mögliche PulpareizungChirurgische Risiken, unzureichende Einheilung, periimplantäre Entzündung
ReinigungBesonders unter dem Brückenkörper erforderlichReinigung der Implantatbereiche und Zwischenräume erforderlich

Keine der beiden Lösungen ist automatisch die bessere. Die Auswahl hängt von Knochenangebot, Pfeilerqualität, Mundhygiene, Bisssituation, Allgemeingesundheit und dem gewünschten Behandlungsumfang ab. Bei geschädigten Nachbarzähnen kann eine Brücke sinnvoll sein, wenn diese ohnehin überkronungsbedürftig sind. Sind die Nachbarzähne gesund, kann ein Implantat eine Alternative darstellen, weil sie nicht für Kronen beschliffen werden müssen.

Material und Zahntechnik: Wo die Haltbarkeit entschieden wird

Die Brücke besteht nicht nur aus dem sichtbaren Ersatzzahn. Ihre Funktion ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Gerüst, Verankerungskronen, Verblendung oder monolithischem Material, Befestigung und zahntechnischer Passung.

Zirkonoxid wird häufig eingesetzt, wenn hohe Festigkeit und eine keramische Versorgung miteinander verbunden werden sollen. Andere keramische Werkstoffe können je nach Position und ästhetischer Anforderung Vorteile bei Transluzenz und Lichtwirkung haben. Metallkeramische Konstruktionen besitzen ebenfalls spezifische Eigenschaften bei Belastbarkeit und Gestaltung. Eine isolierte Rangliste der Materialien wäre daher fachlich verkürzt.

Entscheidend sind unter anderem:

  • der verfügbare Platz zwischen den Kiefern,
  • die Länge der Brücke,
  • die Lage im Front- oder Seitenzahnbereich,
  • die Stärke der Kaumuskulatur und mögliche Press- oder Knirschbelastung,
  • die Form und Stabilität der Pfeilerzähne,
  • die Qualität der zahntechnischen Ausführung,
  • die geplante Reinigung im Alltag.

Ein technisch hochwertiges Material kann eine falsche Planung nicht ausgleichen. Umgekehrt kann eine wirtschaftlich sinnvolle Versorgung sehr langlebig sein, wenn die Pfeiler, die Konstruktion und die Bisslage korrekt ausgewählt wurden.

Pflege nach dem Einsetzen

Die häusliche Reinigung entscheidet wesentlich darüber, ob die Brücke langfristig stabil bleibt. Die sichtbaren Zahnflächen werden wie gewohnt mit Zahnbürste und Zahnpasta gereinigt. Zusätzlich muss der Bereich unter dem Brückenkörper gepflegt werden. Dort sammeln sich Speisereste und bakterielle Beläge besonders leicht, weil die künstliche Zahnkrone nicht wie ein natürlicher Zahn aus dem Zahnfleisch austritt.

Für die tägliche Pflege können je nach Konstruktion infrage kommen:

  • spezielle Zahnseide zum Reinigen unter dem Brückenkörper,
  • Superfloss oder vergleichbare Einfädelhilfen,
  • Interdentalbürsten in passender Größe,
  • eine sorgfältige Reinigung der Kronenränder,
  • professionelle Kontrollen und bei Bedarf eine professionelle Zahnreinigung.

Die Hilfsmittel müssen zur konkreten Brücke passen. Eine zu große Interdentalbürste kann das Zahnfleisch traumatisieren, eine zu kleine erreicht die Kontaktfläche nicht zuverlässig. Der Zahnarzt oder das Prophylaxeteam sollte deshalb zeigen, in welchem Winkel und mit welchem Hilfsmittel der Bereich unter der Brücke gereinigt wird.

Auch nach der Versorgung bleiben die Pfeilerzähne natürliche Zähne. Sie können weiterhin Karies entwickeln oder eine Entzündung des Zahnnervs bekommen. Die Brücke schützt den Zahn nicht vor jeder biologischen Veränderung. Besonders der Kronenrand und die Bereiche zwischen den Pfeilern benötigen eine konsequente Plaquekontrolle.

Was die Behandlungskosten beeinflusst

Die Gesamtkosten einer Zahnbrücke lassen sich ohne Untersuchung und individuellen Heil- und Kostenplan nicht seriös angeben. Der Aufwand hängt unter anderem von der Zahl der Pfeiler, dem Material, der Vorbehandlung, dem Umfang der zahntechnischen Arbeit und der notwendigen Übergangsversorgung ab.

Kostenrelevant sind beispielsweise:

  • die Behandlung von Karies oder Zahnfleischentzündungen vor der Präparation,
  • notwendige Aufbauten oder vorhandene Wurzelkanalbehandlungen,
  • die Zahl der Kronen und Brückenglieder,
  • die Wahl zwischen Metallkeramik, Vollkeramik oder Zirkonoxid,
  • die Herstellung im Dentallabor,
  • zusätzliche Anproben und Korrekturen,
  • eine mögliche implantologische Alternative.

Der günstigste Ausgangspreis ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung. Eine Konstruktion mit unzureichender Passform, schwer zugänglichen Reinigungsbereichen oder überlasteten Pfeilern kann spätere Reparaturen oder eine vollständige Erneuerung erforderlich machen. Wirtschaftlichkeit bedeutet bei Zahnersatz deshalb nicht nur geringe Anfangskosten. Sie umfasst auch Funktion, Wartungsaufwand, biologische Risiken und die erwartbare Nutzungsdauer.

Fazit: Der Ablauf bestimmt die Qualität

Der Ablauf einer Zahnbrückenbehandlung beginnt mit der Stabilitätsprüfung und endet nicht mit dem Einsetzen. Vorbehandlungen, kontrollierte Präparation, präzise Datenerfassung, ein funktionelles Provisorium, die Anprobe mit Bisskontrolle und die sorgfältige definitive Befestigung sind voneinander abhängige Schritte.

Besonders die Pfeilerzähne verdienen eine nüchterne Bewertung. Sie tragen die Konstruktion dauerhaft und können durch das Beschleifen empfindlicher werden. Eine Brücke ist daher dann wirtschaftlich und haltbar, wenn ihre statischen Voraussetzungen stimmen, das Material zur Belastung passt und die tägliche Reinigung realistisch möglich ist.

Der konkrete Behandlungsplan sollte diese Punkte nachvollziehbar beantworten: Welche Zähne dienen als Pfeiler? Welche Vorbehandlungen sind erforderlich? Welches Material ist für Position und Belastung geeignet? Wie wird die Übergangszeit organisiert? Und wie wird die Reinigung unter der Brücke dauerhaft sichergestellt?

Erst aus diesen Angaben entsteht eine belastbare Entscheidung für den passenden Zahnersatz.

Häufige Fragen

Ist das Beschleifen der Zähne für eine Brücke schmerzhaft?
Das Beschleifen erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung und sollte daher schmerzfrei sein. Nach dem Eingriff können die Zähne jedoch vorübergehend empfindlich auf Kälte, Wärme oder Druck reagieren.
Warum ist ein Provisorium bei einer Zahnbrücke notwendig?
Das Provisorium schützt die präparierten Zähne vor Belastung und Empfindlichkeit, ermöglicht das Kauen während der Wartezeit und dient der Formkontrolle sowie der Zahnfleischführung.
Wie reinige ich eine Zahnbrücke richtig?
Neben der normalen Zahnpflege muss der Bereich unter dem Brückenkörper täglich gereinigt werden. Hierfür eignen sich spezielle Zahnseide, Einfädelhilfen wie Superfloss oder passende Interdentalbürsten.
Wie lange dauert die Behandlung bis zum Einsetzen der Brücke?
Die Dauer lässt sich nicht pauschal festlegen, da sie von notwendigen Vorbehandlungen, der individuellen Konstruktion und der Fertigungszeit im Dentallabor abhängt.
Was passiert, wenn das Provisorium locker wird?
Ein lockeres Provisorium sollte zeitnah in der Praxis kontrolliert werden, um den Schutz der Pfeilerzähne zu gewährleisten. Ein eigenständiges Verkleben mit Haushaltskleber ist ungeeignet und sollte vermieden werden.