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Ästhetische Zahnmedizin

Bleaching beim Zahnarzt: Phasen von Planung bis Ergebnis

Beim professionellen Bleaching entscheidet nicht die Einwirkzeit des Gels allein über das Ergebnis. Der eigentliche Ablauf beginnt bereits mit der Untersuchung von Zähnen und Zahnfleisch.

Bleaching beim Zahnarzt: Phasen von Planung bis Ergebnis

Karies, undichte Füllungen, freiliegende Zahnhälse oder entzündetes Zahnfleisch können die Behandlung einschränken oder zunächst eine andere Therapie erforderlich machen.

Für die Aufhellung von Ober- und Unterkiefer liegen die Orientierungskosten häufig zwischen etwa 300 und 800 Euro. Der genaue Betrag hängt vom Verfahren, dem individuellen Aufwand, der Anzahl der Behandlungssitzungen und den verwendeten Materialien ab. Eine seriöse Planung nennt deshalb nicht nur einen Preis, sondern erklärt auch, welche Vorbehandlungen und Nachsorgeschritte darin enthalten sind.

Der Ablauf beim Bleaching beim Zahnarzt lässt sich in mehrere klar voneinander getrennte Phasen gliedern: Untersuchung, professionelle Zahnreinigung, Schutz des Weichgewebes, Auftragen und Aktivieren des Gels sowie Nachsorge. Jede Phase hat eine technische Funktion. Wird eine davon ausgelassen, steigt das Risiko für ungleichmäßige Ergebnisse oder vermeidbare Empfindlichkeiten.

1. Untersuchung und Farbbestimmung: Die Behandlung beginnt nicht mit dem Gel

Vor dem eigentlichen Bleaching untersucht die Zahnarztpraxis zunächst Zähne, Zahnfleisch und vorhandene Restaurationen. Dabei geht es nicht nur um die Frage, ob die Zähne grundsätzlich aufgehellt werden können. Entscheidend ist auch, ob die Zahnsubstanz die Behandlung toleriert und ob die gewünschte Zahnfarbe realistisch erreichbar ist.

Karies und entzündliche Zahnfleischerkrankungen müssen vorab erkannt und behandelt werden. Auch undichte Füllungen oder Defekte am Zahnschmelz können dazu führen, dass das Bleaching-Gel in empfindliche Bereiche eindringt. Das kann zu starken Schmerzen führen und die Behandlung unnötig belasten.

Bei der Untersuchung werden typischerweise folgende Punkte beurteilt:

  • Gibt es kariöse Läsionen, undichte Füllungsränder oder Risse im Zahnschmelz?
  • Sind Zahnfleisch und Zahnhalteapparat entzündungsfrei?
  • Liegen freiliegende Zahnhälse oder ausgeprägte Abrasionen vor?
  • Welche Zähne sollen aufgehellt werden?
  • Befinden sich im sichtbaren Bereich Kronen, Brücken, Veneers oder Kompositfüllungen?
  • Wie stark sind die Zähne durch äußere Beläge verfärbt?
  • Welche Ausgangsfarbe und welches Aufhellungspotenzial sind vorhanden?

Anschließend wird die Zahnfarbe bestimmt. Dafür verwendet die Praxis entweder einen standardisierten Farbschlüssel oder eine digitale Farbmessung. Die Dokumentation vor der Behandlung ist mehr als eine Formalität. Sie ermöglicht einen objektiveren Vergleich zwischen Ausgangszustand und Ergebnis.

Eine professionelle Zahnreinigung ist häufig der nächste Schritt. Sie entfernt Plaque, Zahnstein und oberflächliche Verfärbungen, die beispielsweise durch Kaffee, Tee, Rotwein oder Tabakkonsum entstehen. Diese Beläge verändern die sichtbare Zahnfarbe, gehören aber nicht zur inneren Zahnverfärbung. Werden sie vor dem Bleaching nicht entfernt, lässt sich die tatsächliche Ausgangsfarbe schlechter beurteilen.

Die professionelle Zahnreinigung ist keine Nebenleistung des Bleachings. Sie schafft die saubere Ausgangsfläche, auf der die Zahnfarbe überhaupt zuverlässig beurteilt werden kann.

Oberflächenverfärbung oder innere Verfärbung?

Diese Unterscheidung ist für die Wahl des Verfahrens entscheidend. Äußere Beläge können sich durch Reinigung und Politur deutlich reduzieren. Innere Verfärbungen liegen dagegen in der Zahnhartsubstanz und reagieren auf die Oxidation durch Peroxidverbindungen.

Das erklärt, warum eine Zahnreinigung manchmal bereits eine sichtbare Aufhellung erzeugt, aber nicht jedes Zahnproblem löst. Ein Zahn, der nach einer PZR dunkler bleibt als seine Nachbarzähne, benötigt möglicherweise eine gezielte Aufhellung oder eine restaurative Versorgung. Die Ursache lässt sich erst nach Entfernung der äußeren Beläge verlässlich einschätzen.

2. Vorbereitung beim Zahnarzt: Schutz von Zahnfleisch, Lippen und Wangen

Beim In-Office-Bleaching findet die Behandlung in der Zahnarztpraxis statt. Der zentrale Unterschied zum frei verkäuflichen Produkt liegt nicht nur in der Konzentration des Aufhellungsmittels, sondern vor allem in der kontrollierten Anwendung. Das Gel soll auf die Zahnflächen gelangen und gleichzeitig möglichst keinen Kontakt zu Zahnfleisch oder Schleimhaut bekommen.

Vor dem Auftragen des Gels werden Lippen und Wangen mit einem Abdeckschild oder vergleichbaren Hilfsmitteln zurückgehalten. Das erleichtert den Zugang zu den Zahnflächen und schützt die Weichgewebe vor direktem Kontakt mit dem Präparat.

Das Zahnfleisch wird mit einem speziellen Schutzgel, dem Gingiva-Protektor, abgedeckt. Dieser Schutz muss den Bereich am Zahnfleischrand möglichst dicht abschirmen. Gerade dort entscheidet sich die Qualität der Vorbereitung: Ein unpräziser Übergang kann zu Reizungen oder einem vorübergehenden Weißwerden des Zahnfleischs führen.

Die Vorbereitung umfasst in der Regel:

1. Trocknung und Sichtkontrolle der Zahnflächen. Feuchtigkeit kann die kontrollierte Applikation erschweren.

2. Abdeckung von Lippen und Wangen. Die Weichgewebe werden aus dem Arbeitsfeld gehalten.

3. Auftragen des Zahnfleischschutzes. Der Gingiva-Protektor deckt den empfindlichen Randbereich ab.

4. Kontrolle der Schutzgrenzen. Vor Beginn der Aufhellung wird geprüft, ob alle relevanten Stellen geschützt sind.

5. Festlegung der zu behandelnden Zahnflächen. Nicht jede sichtbare Struktur ist automatisch für das Bleaching geeignet.

Diese Phase beeinflusst auch die spätere Gleichmäßigkeit. Das Gel muss möglichst kontrolliert auf den Schmelz aufgetragen werden. Überschüssiges Material, ungleichmäßige Schichtdicken oder ein Kontakt mit dem Zahnfleisch sind keine Qualitätsmerkmale einer intensiven Behandlung, sondern technische Fehlerquellen.

Warum die Konzentration nicht isoliert bewertet werden sollte

Ein stärker konzentriertes Gel wirkt auf den ersten Blick leistungsfähiger. Für die Beurteilung des Verfahrens ist diese Betrachtung zu kurz. Entscheidend sind Zusammensetzung, Einwirkzeit, Schutzmaßnahmen, Zustand der Zähne und die Kontrolle während der Behandlung.

Wasserstoffperoxid und Carbamidperoxid setzen den wirksamen Bestandteil in unterschiedlicher Weise frei. Die Praxis wählt das Präparat und die Anwendungsdauer passend zur Ausgangssituation. Eine pauschale Aussage wie schneller sei grundsätzlich besser ist deshalb fachlich nicht belastbar.

Auch eine Licht- oder Laseraktivierung wird bei manchen Verfahren eingesetzt. Sie kann Bestandteil des Behandlungskonzepts sein, ersetzt aber weder die Untersuchung noch den Gewebeschutz. Das Ergebnis hängt nicht an einer einzelnen technischen Komponente.

3. Auftragen und Aktivieren des Bleaching-Gels

Nach der Vorbereitung wird das Bleaching-Gel auf die sichtbaren Zahnflächen aufgetragen. Die verwendeten Präparate basieren typischerweise auf Wasserstoffperoxid oder Carbamidperoxid. Diese Substanzen können Farbmoleküle in der Zahnhartsubstanz chemisch verändern und dadurch die Zähne heller erscheinen lassen.

Beim In-Office-Verfahren bleibt das Gel häufig in mehreren Durchgängen jeweils etwa 10 bis 20 Minuten auf den Zähnen. Zwischen den Intervallen wird das alte Gel entfernt oder kontrolliert erneuert. Die genaue Anzahl der Durchgänge richtet sich nach dem verwendeten System, der Ausgangsfarbe und der Reaktion der Zähne.

Der praktische Ablauf sieht typischerweise so aus:

  • Die Zahnflächen werden vorbereitet und mit einer definierten Gelschicht bedeckt.
  • Das Gel wirkt für ein festgelegtes Zeitintervall ein.
  • Je nach System erfolgt zusätzlich eine Aktivierung durch eine spezielle Lichtquelle oder einen Laser.
  • Das Gel wird entfernt und die Zahnflächen werden kontrolliert.
  • Bei Bedarf wird ein weiterer Durchgang durchgeführt.
  • Anschließend werden Schutzmaterialien entfernt und die Zähne gespült.

Die Aktivierung durch Licht oder Laser wird häufig als Beschleunigung des Verfahrens beschrieben. Sie ist jedoch nicht mit einer Garantie für ein besseres Langzeitergebnis gleichzusetzen. Für die Haltbarkeit sind vor allem die Ausgangssituation, die individuelle Zahnstruktur und das Verhalten nach der Behandlung relevant.

Was während der Einwirkzeit beobachtet wird

Eine professionelle Behandlung ist kein vollständig automatischer Vorgang. Während der Gelintervalle kann das Behandlungsteam kontrollieren, ob das Zahnfleisch geschützt bleibt und ob der Patient Beschwerden entwickelt. Starke oder ungewöhnliche Schmerzen müssen von der normalen vorübergehenden Empfindlichkeit unterschieden werden.

Die häufigste Begleiterscheinung sind temperaturempfindliche Zähne. Sie entstehen, weil die Zähne während der Behandlung vorübergehend stärker auf Kälte, Wärme oder Luft reagieren können. Typischerweise klingen diese Beschwerden innerhalb weniger Stunden bis einiger Tage wieder ab. Eine Fluoridierung kann helfen, die Empfindlichkeit zu reduzieren.

Die Behandlung wird nicht dadurch besser, dass Beschwerden ignoriert werden. Ein gutes Protokoll definiert deshalb Einwirkzeiten und Pausen, statt die Belastung unkontrolliert zu steigern.

4. Zahnersatz und Füllungen: Die häufigste Ursache für falsche Erwartungen

Bleaching hellt natürliche Zahnhartsubstanz auf. Kronen, Brücken, Veneers und Kompositfüllungen verändern ihre Farbe durch das Bleichmittel nicht in gleicher Weise. Diese Materialien bleiben im Wesentlichen in ihrer ursprünglichen Farbe.

Das hat eine direkte Konsequenz für die Planung: Befindet sich eine sichtbare Krone im Frontzahnbereich und werden die natürlichen Nachbarzähne aufgehellt, kann die Krone anschließend dunkler oder farblich abweichend wirken. Dasselbe gilt für zahnfarbene Füllungen und Veneers.

AusgangssituationWahrscheinliche Folge des BleachingsPlanerische Konsequenz
Natürliche Zähne ohne sichtbare RestaurationenAufhellung der natürlichen Zahnsubstanz möglichZahnfarbe vor und nach der Behandlung dokumentieren
Kompositfüllung im sichtbaren BereichFüllung bleibt in der bisherigen FarbeNachträgliche Anpassung oder Erneuerung kann erforderlich werden
Keramikkrone oder Brücke im FrontzahnbereichKeramik wird durch das Bleaching nicht aufgehelltFarbplanung vor einer neuen Versorgung festlegen
Veneers auf einzelnen ZähnenVeneers behalten ihre vorhandene FarbeVerhältnis zu den natürlichen Nachbarzähnen beurteilen
Starke äußere BelägeNach PZR bereits sichtbare Veränderung möglichErst reinigen, dann tatsächliche Zahnfarbe bestimmen

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Reihenfolge entscheidend. Wer zunächst eine neue Krone anfertigen lässt und danach bleicht, riskiert einen Farbunterschied. In vielen Fällen ist es sinnvoller, die geplante Zahnfarbe zuerst festzulegen und restaurative Arbeiten anschließend daran anzupassen. Das gilt besonders für Frontzahnkronen, Veneers und größere Kompositrekonstruktionen.

Eine pauschale Empfehlung ist dennoch nicht möglich. Bei vorhandenen Restaurationen muss die Praxis beurteilen, ob eine Aufhellung genügt oder ob zusätzlich eine restaurative Korrektur sinnvoll ist. Bleaching und ästhetische Rekonstruktion sind unterschiedliche Maßnahmen mit unterschiedlicher Haltbarkeit und unterschiedlichem Kostenrahmen.

Ein Bleaching verändert die natürliche Zahnfarbe. Es ersetzt keine farbliche Anpassung von Kronen, Veneers oder Füllungen.

5. Nachsorge: Die ersten Tage bestimmen nicht die gesamte Haltbarkeit

Direkt nach dem Bleaching können die Zähne vorübergehend empfindlicher sein. In dieser Phase reagieren sie häufig stärker auf kalte oder heiße Getränke. Auch das Zahnfleisch kann bei Kontakt mit dem Wirkstoff kurzfristig gereizt sein, insbesondere wenn der Schutz nicht vollständig war.

Die Beschwerden sind meist zeitlich begrenzt. Eine Fluoridierung in der Praxis oder ein geeignetes fluoridhaltiges Pflegeprodukt kann die Empfindlichkeit unterstützen. Entscheidend ist, die Reaktion nicht mit einem dauerhaften Schaden gleichzusetzen, aber auch nicht zu ignorieren. Bleiben starke Schmerzen bestehen oder verschlimmern sie sich, sollte die Zahnarztpraxis kontaktiert werden.

Für die ersten Tage nach der Behandlung ist ein zurückhaltendes Konsumverhalten sinnvoll. Stark färbende Lebensmittel und Getränke können die frisch aufgehellten Zahnflächen ungünstig beeinflussen. Dazu zählen insbesondere Kaffee, schwarzer Tee, Rotwein und Tabak. Eine gründliche, aber nicht aggressive Mundhygiene bleibt die wichtigste Maßnahme.

Die Haltbarkeit des Ergebnisses wird häufig mit einem Zeitraum von etwa 9 Monaten bis 3 Jahren angegeben. Diese Spanne ist weit, weil die Einflussfaktoren stark variieren:

  • Häufiger Konsum färbender Getränke kann die sichtbare Aufhellung schneller abschwächen.
  • Tabakkonsum begünstigt neue Verfärbungen.
  • Eine konsequente häusliche Mundhygiene reduziert die Ansammlung neuer Beläge.
  • Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen unterstützen die Farbstabilität.
  • Die natürliche Ausgangsfarbe und die Struktur des Zahns beeinflussen die Wahrnehmung des Ergebnisses.
  • Restaurative Materialien behalten ihre ursprüngliche Farbe und können dadurch später stärker auffallen.

Haltbarkeit bedeutet außerdem nicht, dass die Zähne über den gesamten Zeitraum exakt dieselbe Helligkeit behalten. Das Ergebnis kann langsam verblassen, ohne dass die Behandlung als erfolglos zu bewerten ist. Eine spätere Auffrischung muss individuell geplant werden. Häufig ist eine erneute vollständige Behandlung nicht sofort erforderlich; manchmal genügt eine kontrollierte Nachbehandlung mit passenden Schienen.

6. Home-Bleaching mit individuellen Schienen als Alternative

Beim ärztlich begleiteten Home-Bleaching wird die Aufhellung nicht in einer einzigen Sitzung durchgeführt. Die Zahnarztpraxis fertigt individuelle Kunststoffschienen an. Der Patient füllt zu Hause eine definierte Menge Bleaching-Gel in die Schienen und trägt sie über festgelegte Intervalle.

Die Behandlungsdauer liegt häufig zwischen 7 und 14 Tagen. Der Vorteil besteht in der schrittweisen Aufhellung. Der Patient kann die Reaktion der Zähne beobachten, und die Behandlung lässt sich bei stärkerer Empfindlichkeit nach Rücksprache anpassen.

Das Verfahren benötigt allerdings mehr Eigenkontrolle. Die Schiene muss korrekt sitzen, das Gel darf nicht in großen Mengen über den Rand austreten, und die vorgegebenen Tragezeiten müssen eingehalten werden. Eine größere Gelmenge beschleunigt die Aufhellung nicht zuverlässig, erhöht aber das Risiko für Reizungen.

In-Office-Bleaching oder Home-Bleaching?

KriteriumIn-Office-BleachingÄrztlich begleitetes Home-Bleaching
Ort der BehandlungZahnarztpraxisZu Hause nach Vorbereitung in der Praxis
ZeitaufwandMehrere Gelintervalle in einer SitzungMeist 7 bis 14 Tage
KontrolleDirekte Kontrolle durch das BehandlungsteamKontrolle über individuelle Schienen und Nachtermine
GeschwindigkeitSichtbares Ergebnis innerhalb des Praxistermins möglichSchrittweise Aufhellung
KomfortKurze Gesamtdauer, aber längere SitzungMehrere kürzere Anwendungsintervalle
AnpassbarkeitBehandlung wird während der Sitzung gesteuertAnwendung kann nach Anleitung angepasst werden
Typische FehlerquelleUnzureichender Schutz oder zu lange EinwirkzeitZu viel Gel oder falsche Tragedauer
Geeignet fürPatienten mit Wunsch nach schneller AufhellungPatienten, die eine schrittweise Behandlung bevorzugen

Das In-Office-Verfahren ist zeitlich kompakter und wird vollständig in der Praxis kontrolliert. Das Home-Bleaching verteilt die Behandlung über mehrere Tage und kann dadurch im Alltag leichter planbar sein. Welches Verfahren kosteneffizienter ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Entscheidend sind Material, Nachkontrollen, Schienen, notwendige Vorbehandlungen und die Frage, ob später eine Auffrischung vorgesehen ist.

Wann Bleaching nicht die richtige erste Maßnahme ist

Eine Aufhellung ist nicht automatisch die beste Lösung für jede Zahnverfärbung. Bei einzelnen stark verfärbten Zähnen kann eine andere Ursache vorliegen als bei einer gleichmäßigen alters- oder konsumbedingten Farbveränderung. Auch ein Zahn nach einer Wurzelkanalbehandlung kann sich anders verhalten als vitale Nachbarzähne und benötigt gegebenenfalls ein separates Verfahren.

Bei deutlichen Formabweichungen, größeren Defekten oder ungleichmäßigen Restaurationen kann eine Kompositfüllung, ein Veneer oder eine andere rekonstruktive Maßnahme sinnvoller sein. Bleaching verändert die Helligkeit, aber nicht die Form, Stellung oder Oberfläche eines Zahns.

Für eine ästhetische Gesamtplanung sind daher mehrere Verfahren zu unterscheiden:

  • Bleaching: Aufhellung der natürlichen Zahnhartsubstanz.
  • Professionelle Zahnreinigung: Entfernung von Belägen und oberflächlichen Verfärbungen.
  • Kompositrekonstruktion: Korrektur von Form, kleinen Defekten und sichtbaren Füllungsbereichen.
  • Veneers: Dauerhafte Verblendung ausgewählter Zahnflächen mit keramischen Schalen.
  • Unsichtbare Zahnschiene: Korrektur bestimmter Zahnfehlstellungen, nicht der Zahnfarbe.
  • Zahnfleischkorrektur: Anpassung des sichtbaren Zahnfleischverlaufs, wenn dieser die Ästhetik wesentlich beeinflusst.

Die Verfahren können kombiniert werden, sollten aber in der richtigen Reihenfolge erfolgen. Eine Zahnfehlstellung lässt sich nicht durch Bleaching korrigieren. Eine Krone wird durch Bleaching nicht heller. Ein unregelmäßiger Zahnfleischverlauf verschwindet nicht durch eine hellere Zahnfarbe. Diese Abgrenzung verhindert unnötige Behandlungen und verbessert die Kostenkontrolle.

Der Ablauf in der Praxis als Entscheidungsfolge

Wer ein professionelles Bleaching plant, sollte die Behandlung nicht als isolierten Termin betrachten. Die wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung entsteht aus einer Abfolge von Fragen:

1. Sind Zähne und Zahnfleisch gesund?

Karies, Entzündungen und undichte Restaurationen müssen vor der Aufhellung berücksichtigt werden.

2. Liegt die Verfärbung auf der Oberfläche oder im Zahn?

Oberflächliche Beläge können durch eine PZR entfernt werden. Eine innere Verfärbung erfordert eine andere Beurteilung.

3. Welche sichtbaren Restaurationen sind vorhanden?

Kronen, Brücken, Veneers und Kompositfüllungen behalten ihre Farbe.

4. Welche Zahnfarbe ist das Ziel?

Eine dokumentierte Ausgangsfarbe verhindert unrealistische Erwartungen.

5. Welches Verfahren passt zum Zeitplan?

In-Office-Bleaching ist schneller abgeschlossen, Home-Bleaching verteilt die Anwendung über 7 bis 14 Tage.

6. Wie soll die Farbe langfristig erhalten werden?

Mundhygiene, professionelle Zahnreinigung und der Umgang mit färbenden Genussmitteln beeinflussen die Haltbarkeit.

Diese Reihenfolge wirkt unspektakulär. Genau das ist ihr Vorteil. Sie reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass ein kurzfristig sichtbares Ergebnis später durch Farbunterschiede an Füllungen oder Kronen relativiert wird.

Nüchternes Fazit zu Ablauf, Haltbarkeit und Kosten

Der Ablauf beim Bleaching beim Zahnarzt besteht aus deutlich mehr als dem Auftragen eines Aufhellungsgels. Untersuchung und Farbbestimmung legen die medizinische und ästhetische Ausgangsbasis fest. Die professionelle Zahnreinigung entfernt störende Beläge. Der Schutz von Zahnfleisch und Weichgewebe begrenzt das Risiko von Reizungen. Mehrere Gelintervalle von jeweils etwa 10 bis 20 Minuten ermöglichen eine kontrollierte Aufhellung.

Das Ergebnis betrifft ausschließlich natürliche Zahnsubstanz. Kronen, Brücken, Veneers und Kompositfüllungen werden nicht mitgebleicht. Wer diese Materialien im sichtbaren Bereich hat, sollte die spätere Farbwirkung vor der Behandlung einplanen. Andernfalls kann eine vermeintlich günstige Aufhellung zusätzliche restaurative Kosten auslösen.

Mit Orientierungskosten von etwa 300 bis 800 Euro und einer möglichen Haltbarkeit von ungefähr 9 Monaten bis 3 Jahren ist professionelles Bleaching wirtschaftlich vor allem dann sinnvoll, wenn die Ausgangssituation klar beurteilt wurde. Die belastbarste Entscheidung entsteht nicht durch die stärkste Werbeaussage, sondern durch eine saubere Diagnose, kontrollierte Anwendung und realistische Planung der Materialien.

Häufige Fragen

Wie läuft ein Bleaching beim Zahnarzt ab?
Der Ablauf umfasst in der Regel Untersuchung und Farbbestimmung, professionelle Zahnreinigung, den Schutz des Weichgewebes, das Auftragen und gegebenenfalls Aktivieren des Gels sowie die Nachsorge. Beim In-Office-Bleaching wirkt das Gel häufig in mehreren Durchgängen jeweils etwa 10 bis 20 Minuten ein.
Wie viel kostet professionelles Bleaching beim Zahnarzt?
Für die Aufhellung von Ober- und Unterkiefer liegen die Orientierungskosten häufig zwischen etwa 300 und 800 Euro. Der genaue Betrag hängt unter anderem vom Verfahren, dem individuellen Aufwand, der Anzahl der Sitzungen, den Materialien sowie den Vor- und Nachsorgeschritten ab.
Werden Kronen, Veneers und Füllungen durch Bleaching heller?
Nein, Bleaching hellt natürliche Zahnhartsubstanz auf. Kronen, Brücken, Veneers und Kompositfüllungen verändern ihre Farbe durch das Bleichmittel nicht in gleicher Weise und können nach der Behandlung farblich von den natürlichen Zähnen abweichen.
Wie lange hält das Ergebnis eines professionellen Bleachings?
Die Haltbarkeit wird häufig mit etwa 9 Monaten bis 3 Jahren angegeben. Färbende Getränke, Tabakkonsum, Mundhygiene, professionelle Zahnreinigungen sowie die natürliche Zahnstruktur beeinflussen, wie lange die Aufhellung sichtbar bleibt.
Wie lange sind die Zähne nach dem Bleaching empfindlich?
Temperaturempfindlichkeit tritt häufig vorübergehend auf und klingt typischerweise innerhalb weniger Stunden bis einiger Tage ab. Eine Fluoridierung kann helfen; bei anhaltenden oder zunehmenden starken Schmerzen sollte die Zahnarztpraxis kontaktiert werden.