Photodynamische Therapie: Wie Jugendliche mit Zahnspange ihr Zahnfleisch schützen
Eine randomisierte kontrollierte Studie im Fachjournal MDPI Dentistry Journal zeigt jetzt, dass eine begleitende häusliche antibakterielle photodynamische Therapie (aPDT) mit zwei Lichtanteilen den…

Junge Patienten mit fester Zahnspange kennen das Problem: Kaum stehen die Brackets, tauchen neue Stellen auf, die selbst bei gewissenhafter Pflege schwer sauber zu halten sind. Eine randomisierte kontrollierte Studie im Fachjournal MDPI Dentistry Journal zeigt jetzt, dass eine begleitende häusliche antibakterielle photodynamische Therapie (aPDT) mit zwei Lichtanteilen den Plaque-Biofilm während der kieferorthopädischen Behandlung deutlich reduziert – und damit dem Anstieg von Zahnfleischentzündungen sowie Blutungen beim Sondieren wirksam vorbeugt.
Was die Studie konkret untersucht hat
Die Untersuchung wurde als randomisierte, bewertungsverblindete und kontrollierte Studie an Jugendlichen mit fester Zahnspange durchgeführt. Getestet wurde der Effekt einer zusätzlichen aPDT-Anwendung zu Hause, ergänzend zur normalen Mundhygiene. Die Ergebnisse: weniger Plaque, weniger entzündetes Zahnfleisch, weniger Bluten bei der Kontrolle. Damit richtet sich das Verfahren gezielt gegen genau die Begleiterscheinungen, die viele Teenager und ihre Eltern während der Spangenzeit kennenlernen.
Was das für die Praxis bei Ihrem Kind bedeutet
Festsitzende Apparaturen schaffen um Brackets, Bänder und Bögen Nischen, in denen sich der Biofilm hartnäckig festsetzt. Selbst mit Interdentalbürsten, Munddusche und gründlicher Putztechnik bleiben oft Restflächen zurück, die mechanisch nur schwer zu erreichen sind. Genau hier setzt die aPDT als häusliche Ergänzung an: Sie soll die kritischen Bereiche unterstützen, nicht die Zahnbürste ersetzen. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn die Studie bewertet die Wirkung ausdrücklich begleitend zur täglichen Pflege, nicht als Alternative.
Besonders sinnvoll ist das Verfahren bei Jugendlichen, die bereits erste Anzeichen einer Gingivitis zeigen – also gerötetes, geschwollenes Zahnfleisch oder Blutungen beim Putzen. In solchen Fällen lohnt sich das offene Gespräch mit dem behandelnden Zahnarzt, ob eine aPDT-Begleitung in Frage kommt und welches Gerät für den Heimgebrauch zur eigenen Spange passt.
Drei Punkte für den nächsten Termin
- Zahnfleisch im Blick: Bitten Sie darum, beim Kontrolltermin nicht nur die Zähne, sondern auch das Zahnfleisch gezielt auf Entzündungszeichen zu prüfen.
- Häusliche Ergänzung klären: Fragen Sie konkret nach einem aPDT-Set für den Heimgebrauch, nach Sitzungsdauer und nach der korrekten Anwendung rund um Brackets und Bögen.
- Routine auf Lücken prüfen: Werfen Sie gemeinsam einen Blick auf die aktuelle Putztechnik – Interdentalbürsten, Fluorid und gegebenenfalls eine passende Mundspüllösung sollten sauber ineinandergreifen.
Die Studie liefert eine ermutigende Botschaft: Die Spangenzeit lässt sich deutlich zahngesünder gestalten, wenn man den Biofilm nicht nur mechanisch, sondern auch lichtgestützt in den Griff bekommt. Kein Grund zur Panik vor typischen Entzündungen, aber ein klarer Anlass, die eigene Routine einmal mit dem Praxisteam durchzugehen.